Gedichte und Gedanken

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,

von vielen Bättern eines.

Das eine Blatt, man merkt es kaum,

denn eines ist ja keines.

Doch dieses eine Blatt allein

war Teil von unserem Leben,

drum wird dies eine Blatt allein

uns immer, immer fehlen.

 

(H.Hesse)

Ein kleines Leben,

das aus dem Licht kam,

Licht in unsere Welt brachte

und ins Licht zurückkehrte.

Ein kleines Herz, das uns in der kurzen

und so kostbaren Zeit

all die Liebe schenkte,

die es in sich  trug.

Ein kleiner Engel,den wir umarmen durften.

Ein kleiner Engel, der uns beschützen wird

 

(Irmgard Erath)

Manchmal verläßt uns ein Kind,

das den Ruf von da drüben

lauter vernommen hat,

als den Ruf ins Leben.

Es schließt seine Augen und taumelt davon,

wie ein Schmetterling,

taumelt zurück ins Licht

und läßt uns alleine zurück mit der Hoffnung,

die sich nicht erfüllte,

einer Knospe die welkte,

ohne zu blühen.

 

(Verfasser unbekannt)

Still,seid leise,

es war ein kleiner Engel auf der Reise.

Er wollte ganz kurz bei uns sein,

warum er wieder ging, weiß Gott allein.

 

Er kam von Gott,

dort ist er wieder.

Wollte nicht auf unsere Erde nieder.

 

Ein Hauch nur bleibt von ihm zurück,

in unserem Herzen ein großes Stück.

Er wird jetzt immer bei uns sein

vergesst ihn nicht, er war so klein.

 

Geht nun ein Wind, an mildem Tag,

so denkt, es war sein Flügelschlag.

 

Und wenn wir fragen,

wo mag er sein?

Ein kleiner Engel ist niemals allein.

 

Er kann jetzt alle Farben sehen,

und barfuß durch die Wolken geh'n.

Vielleicht läßt er sich hin und wieder

bei uns hier unten nieder.

 

Und wenn wir ihn auch sehr vermissen

und weinen, weil er nicht bei uns ist,

so denkt, im Himmel, wo es ihn nun gibt,

erzählt er allen stolz:

Ich werde geliebt.

 

(Verfasser unbekannt)

Das Land der Sternenkinder fern

darf man im Traum besuchen.

Man fliegt vorbei am Märchenstern

und landet zwischen Buchen.

 

Tritt man aus dem Wald hinaus,

wiegt Blumen leis der Wind.

Bunt und lustig sieht das aus,

so liebt es jedes Kind.

 

Schönes Spielzeug gibt es hier,

auch manchen Kletterbaum.

Der große Zoo mit Wildgetier

ist auch ein Kindertraum.

 

Sonnig-warm ist's jeden Tag,

weil Kinder gerne lachen.

Und wollen sie im Schnee rumtoben?

Auch dieses lässt sich machen.

 

Wenn einmal leichter Regen fällt,

aus Wolken, die vorüberzogen,

zaubert er an's Himmelszelt

nen bunten Regenbogen.

 

Es spielt schön in lust'ger Runde

die Sternchen groß und klein.

Sie lachen, toben manche Stunde

im hellen Sonnenschein.

 

Kein Zank und keinen Streit

gibt es in dieser Schar-

Nur Kinderlachen weit und breit

lauscht man-wunderbar!

 

Nichts und niemand stört den Kreis

der kleinen Engelein...

Doch manchmal wunderbar und leis,

dringt doch von außen ein

 

ein kleines Lied, ein liebes Wort

ein Schluchzen, ein Gebet-

beweist, das (obgleich sehr weit fort)

der Eltern Liebe nie vergeht!

 

Glücklich ist der kleine Stern

und macht sich auf die Reise.

Grüßt seine Eltern fern

auf seine eigene Weise.

 

Sein Zeichen kann der Regen sein,

der Sternenglanz im Dunkel,

der Schmetterling, der Windhauch fein,

das Morgentaugefunkel.

 

Das Land der Sternenkinder fern-

wie gut, dass es das gibt.

Es hütet jenen kleinen Stern,

auf Erden heiß geliebt.

 

(Ralf Korrek)

Liebe Mama...

wenn du dir Gedanken über den Sinn des Lebens machst,

sollst Du wissen, das ich bei dir bin:

Schließe Deine Augen und spüre meinen Kuss

wie einen sanften Luftzug auf Deiner Wange.

 

Wenn du zu zweifeln beginnst, ob du mich je wieder sehen wirst,

werde innerlich still und hör mir zu:

Meine Stimme steckt im Flüstern des Himmels

und wispert dir zu: Meine liebe Mama...

 

Wenn du nicht mehr weißt, was du tun sollst,

und dich fragst, wozu du noch auf der Welt bist,

öffne dein Herz und sieh mich an:

Ich blinzel dir zu im Funkeln der Sterne

und leuchte dir lächelnd auf deinem Weg.

 

Wenn du am Morgen erwachst

und dich deiner Träume nicht mehr erinnerst,

dich aber ruhig und friedlich fühlst,

dann war ich bei dir und füllte

deine Nacht mit Erinnerungen an mich.

 

Wenn du dich vor Kummer krümmst

und dir ein Leben in Frieden nicht mehr vorstellen kannst,

dann denk an mich:

Ich bin bei dir!

Sanft blicke ich aus den Tränen eines gemeinsamen Freundes

und lindere deinen Schmerz.

 

Wenn die Sonne am Morgen erneut

den verlassenen Himmel erglühen lässt in ihrem atemberaubenden Schein,

dann lass deinen Geist erwachen.

Denk an die Zeit, die uns geschenkt wurde, zu kurz,

aber wunderschön.

 

(Verfasser unbekannt)

Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände

und Erinnerungen Stufen bauen könnten,

würde ich zu Dir in den Himmel hinauf steigen

und Dich zurückholen.

Deine Hand, meine Hand,

 Du berührst mich,

ich berühre Dich,

auch wenn wir getrennt sind,

sind wir für immer eins.

Du kamst auf kleinen Füßen

und hast große Spuren

in unserem Leben hinterlassen.

Zart und zerbrechlich

hast Du diese Welt für einen kurzen Moment betreten,

zerbrechlich bist Du für immer gegangen.

Ich bleibe allein, ohne Dich.

Tausend kleine Sterne erhellen jede Nacht.

Ein Jeder sieht sie gerne in ihrer klaren Pracht.

 

Fühlen wir uns einsam, verloren auf dieser Welt-

Dann sehen wir nach oben, hinauf zum Sternenzelt.

 

Dort gibt es einen Stern, der etwas Besonderes ist.

Denn dort wohnt unser Sternchen, das unvergessen ist.

 

Sein Licht dringt in die Seele, er erwärmt das Herz,

kündet uns von Hoffnung, lindert unseren Schmerz.

 

Und leuchtet umso leller, je mehr wir traurig sind,

dann will es uns trösten, unser liebes Sternenkind.

 

Danke kleines Sternchen, wir lieben Dich sehr.

Sind wir dereinst zusammen, trennt uns dann nichts mehr.

 

(Ralf Korrek)

Wo bist Du?

frage ich das kleine Licht.

Hier bin ich!

Mama spürst du mich nicht?

Ich spüre Dich,

doch sehe ich Dich nicht,

entgegne ich dem Licht

und höre, wie es spricht:

Es zählt nicht, was du siehst oder nicht,

wichtig ist nur, du spürst mein Licht-

in dir, Mama, nicht äußerlich!

Ich spüre Dich deutlich,

innerlich.

Zum Greifen nah,fehlt nur ein Stück,

zum richtigen Glück.

Warum bist Du gegangen, mein kleines Licht,

so traurig bin ich

ohne Dich.

Ach Mama, so weine doch nicht,

ich bin in Sicht,

schließe Deine Augen und fühle mich,

ich bin ganz nah.

Du bist das tiefe Himmelsblau,

der schöne, frische Morgentau.

Ich suche Dich und blicke im Dunkeln in die Ferne-

bei Nacht bist Du das Funkeln meiner Sterne.

Ein kleines Zeichen nur von Dir,

liebes Kind, das wünsch ich mir,

das mir sagt, es geht Dir gut,

das neue Hoffnung bringt und Mut.

 

Wie lebt es sich im Sternenland,

mit anderen Kindern Hand in Hand?

Ist es da wirklich bunt und schön,

und könnt Ihr uns von dort aus sehen?

 

Ihr seid bestimmt ein munteres Völkchen,

tobt lustig durch die Kuschelwölkchen

und spielt den lieben langen Tag...

das sind Gedanken, die ich mag!

 

Zwar werdet Ihr uns immer fehlen,

doch würde es uns nicht so quälen,

hätten wir die Sicherheit:

Es geht Euch gut für alle Zeit!

 

Drum, macht Ihr mal mit dem Spielen Pause,

schickt bitte einen Gruß nach Hause,

und helft uns, dass wir erkennen...

und nicht die Sternchenpost "verpennen".

 

Ein Schmetterling, ein Traum,

ein wunderschöner Apfelbaum,

ein Wölkchen gar, ein Schneckenhaus,

wie sieht dieser Gruß wohl aus?

 

Ich geb nicht auf, werd immer hoffen

und halte stets die Augen offen,

denn eines Tages wird es mich erreichen:

Von meinem Kind ein kleines Zeichen.

 

(Ralf Korrek)

Die Zeit heilt nicht alle Wunden,

 sie hilft uns nur mit dem Unbegreiflichen zu leben.

Was wir lieben, ist geblieben,

bleibt in Ewigkeit.

Ihr glaubt, ich hätte es überwunden,

hätte neuen Lebensmut gefunden.

Was wisst Ihr von mir?

Nichts!

Ich lebe nicht, ich funktioniere.

Mein Schmerz ist so groß.

Nichts wisst Ihr von mir, nichts versteht Ihr.

 

Ihr lacht und scherzt und ich lache mit,

denn das erwartet man doch.

Aber wenn ich alleine bin, weine ich immer noch.

Mein Schmerz ist groß.

Nichts wisst Ihr von mir, nichts versteht Ihr.

 

Ihr erzählt von Euren "kleinen Sorgen"

und ich tu so, als hörte ich zu.

Aber während Ihr wisst,

dass man alle Eure Probleme lösen kann,

gehe ich zum Grab meines Kindes und zünde Kerzen an.

Mein Schmerz ist so groß.

Nichts wisst Ihr von mir, nichts versteht Ihr.

 

Ihr sagt, die Zeit heilt alle Wunden

und irgendwann wird alles wieder gut sein.

Doch ich weiß, meine Wunden heilt keine Zeit.

Ich werde nie wieder wie früher sein.

Mein Schmerz ist so groß.

Nichts wisst Ihr von mir, nichts versteht Ihr.

 

Ihr vermeidet den Namen meines Kindes,

weil Ihr denkt, dass mir das Kummer bringt.

Doch es ist sowieso immer in meinen Gedanken,

nichts ist mir wichtiger, als die Erinnerungen an mein Kind.

Mein Schmerz ist groß.

Nichts wisst Ihr von mir, nichts versteht Ihr.

 

Ihr sagt "Das Leben geht weiter,

das ist der Lauf der Zeit".

Ich weiß nur, dass ich leben muss, obwohl ich es nicht will.

Keiner fragt: "Bist du dazu bereit?"

Mein Schmerz ist so groß.

Nichts wisst Ihr von mir, nichts versteht Ihr.

 

Drum nur ein Bitte,

gebt mir keine Ratschläge, wie ich leben soll.

laßt mich einfach wie ich bin.

Und wenn ich gehen will so nehmt es hin.

Mein Schmerz ist so groß.

Nichts wisst Ihr von mir, nichts versteht Ihr.

 

(Angelika Cammarata)

Wenn du ein Kind verlierst,

erleidest du viele Verluste:

Du verlierst ein Stück von dir,

du verlierst eine Illusion,

deinen Lebenssinn und deine

Lebensvorhersehbarkeit.

Die Ordnung deines Universums gerät durcheinander,

du verlierst deine Zukunft.

Uns blieb wenig Zeit zum Abschied nehmen.

Aus grauen Wolken regnet Traurigkeit,

sammelt sich mit meiner Augen Tränen

in einem See, geflutet zwischen Raum und Zeit.

 

Es ist nicht leicht, den Tod zu akzeptieren,

so schwer Realitäten zu verstehen.

Es tut weh, Dich zu verlieren,

doch hilfst Du mir, die Wunderwelt zu sehen.

 

In meinen Träumen kann ich Dich nocht spüren,

hör wie Du sagst, Du bist nicht fern von hier.

Wenn Sonnenschein und Regen sich berühren,

dann zeigst Du mir den Weg zu Dir.

 

Die grauen Wolken haben sich verzogen.

Ein Sonnenstrahl benetzt den letzten Regen.

Und aus dem See entsteigt ein Regenbogen,

ich schick Dir darauf einen Gruß entgegen.

 

(Isolde Kokoschky)

Trauer kann man nicht sehen,

nicht hören, kann sie nur fühlen.

Sie ist ein Nebel, ohne Umrisse.

Man möchte diesen Nebel packen und fortschieben,

aber die Hand fasst ins Leere.

 

(Verfasser unbekannt)'

Sternenglanz in klarer Nacht

entflammt den Schmerz mit neuer Macht,

bringt die Erinnerung zurück

an dieses viel zu kurze Glück.

 

Was würde ich nicht alles geben,

brächte es zurück Dein Leben...

Warum nur Du? Werds nie verstehen!

Ach, könnte ich Dich wiedersehen...

 

Der Wind weht leise übers Land,

streift mein Gesicht und meine Hand.

In dieser Wind ein Gruß von Dir?

Willst Du die Tränen trocknen mir?

 

Sternenglanz in klarer Nacht

hat neue Hoffnung auch entfacht,

wenn jetzt auch meine Seele weint -

irgendwann sind wir vereint...

 

(Ralf Korrek)